Rorate ökumenisch im Advent

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Flyer: Ökumenisch getragene Rorate-Gottesdienste im Advent 2018

 

Ich werde ich immer wieder gefragt, v.a. von reformierten Kirchenmitgliedern. Hier deshalb eine Erklärung:

 

Im Advent gibt es einige Gottesdienste, die "frühmorgens" stattfinden. Das sind die Rorate-Gottesdienste. Ursprünglich gab es diese nur in der römisch-katholischen Kirche. Dort wurde in der Vergangenheit an den frühen Morgen in der Adventszeit im Besonderen der Jungfrau Maria gedacht, welche mit dem Jesus schwanger geht.

 

Da die Jungfrauengeburt, wie sie die katholische Lehre vertritt, selbst in katholischen Kreisen nicht unwidersprochen blieb, hat sich für die Rorate-Gottesdienste betreffend des theologischen Inhalts eine schwierige Situation ergeben. Man begann in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil offenbar nach neuen Sujets zu suchen, welche die Adventssituation ebenso treffend herausstellen konnten.

 

In diesem Zusammenhang wurden etwa ab den 1990er-Jahren auch evangelische Kirchen angefragt, ob sie die Rorate-Gottesdienste als ökumenisches Projekt mittragen wollten, was heute angesichts des Traditionsabbruchs in weiten gesellschaftlichen Kreisen wichtig erscheint. Advent und Weihnachten sollen von ihrer Bedeutung ins rechte Licht gerückt werden (auch mit dem traditionellen Kerzenschein). Die christlichen Feiertage im Dezember stehen ja jedes Jahr wieder neu in der Gefahr, ein rein familiäres Fest bzw. kommerzielles Event zu werden.

 

Über die Daten der Rorate-Gottesdienste in der reformierten Kirchgemeinde Thierstein und in der katholischen Kirchgemeinde Breitenbach-Fehren gibt folgender Flyer Auskunft:

 


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* Rorate = 2. Person Mehrzahl von lateinisch "rorare" = tauen, triefen, tröpfeln, betauen, feucht sein

 

herrührend von: Jesaja 45,8 im Ersten Testament und in der Vulgata (Lateinische Bibelübersetzung aus dem christlichen Frühzeit) folgendermassen wiedergegeben:

 


Auf Lateinisch: Rorate caeli desuper, et nubes pluant justum.  Auf Deutsch:Tauet Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten.

 

Aus einem adventlichen Wechselgesang, der möglicherweise auf Aurelius Prudentius Clemens (348-405 n. Chr.) zurückgeht. Im katholischen Kirchengesangbuch der Schweiz findet sich ein entsprechendes Lied bei der Nummer 303, aufzufinden unter den Gesängen zum Advent.

 

 

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